Die neuen Produkte von Apple

Regelmäßig im Herbst, meist im September, präsentiert Apple nun schon seit Jahren die neue iPhone-Generation. Hinzugekommen sind in den letzten Jahren hier noch die iWatch und dieses Jahr gibt es auch wieder eine aktualisierte Version des AppleTV.

Vieles war vorab schon durch die Gerüchteküche bekannt bzw. zeichnete sich als sehr realistisch ab, doch eine Besonderheit gab es bei dieser Veranstaltung, nämlich den Ort. Die aktuelle Präsentation fand diesmal im neuen Steve Jobs Theater, auf dem Gelände des neuen Hauptquartiers statt.

Insgesamt wurden vier neue Gerätegenerationen vorgestellt: Apple TV 4k, iWatch Series 3, iPhone 8 und das neue Meisterwerk iPhone X

AppleTV 4K



Die Erweiterung für den heimischen Fernseher startete vor einigen Jahren als Hobby. Mittlerweile ist AppleTV ein fester Bestandteil des Produkt-Lineups. Erwachsen geworden ist AppleTV mit der letzten Version, auf der erstmals auch die Installation von Drittanbieter-Apps möglich war. Viele waren begeistert, doch eine Kleinigkeit wurde schmerzlich vermisst, nämlich die Wiedergabe von Videos im 4K-Format. 

Mit dem AppleTV 4K ändert sich das, denn die aktuelle Version kann Videos in 4K-Auflösung wiedergeben. Doch bei der neuen Version geht es nicht nur einfach um mehr Pixel, also eine höhere Auflösung. Als weitere Neuerung wird der HDR-Farbraum (High Dynamic Range) unterstützt. Das bedeutet, dass Bilder und Videos mit einem deutlich größeren Dynamik- und Farbumfang widergegeben werden. Der Unterschied zu herkömmlichen Videomaterial ist mehr als deutlich, und man kann Bilder und Videos in extrem lebhaften und natürlichen Farben erleben und genießen.

Doch eines ist auch klar, denn die hohe 4K-Auflösung und die Bildwiedergabe im HDR-Farbraum fordern der Hardware einiges an Leistung ab. Deshalb setzt Apple beim neuen AppleTV 4K auf den Apple-A10X-Fusion-Chip, der schon gute Dienste im iPad Pro leistet. Unterm Strich bedeutet das, dass der hier verbaute Grafikchip die Leistung des aktuellen AppleTV 4K gegenüber dem Vorgängermodell rund um das 4-fache erhöht.

Wenn 4K, dann bitte aber auch mit dem entsprechenden Content. Hier überrascht Apple und kommt seinen Kunden entgegen. Viele aktuelle Filme von den führenden Studios sind jetzt schon in der hohen 4K-Auflösung erhältlich – ohne Aufpreis, also zum Preis der normalen HD-Variante. Das ist eine Überraschung, denn im Vorfeld waren hier in der Gerüchteküche deutliche Preissprünge erwartet worden. Mehr noch: Kunden, die in der Vergangenheit HD-Filme gekauft haben, können diese (bei Verfügbarkeit) mit dem neuen AppleTV 4K direkt in 4K streamen – ein Neukauf ist also nicht notwendig.

Neben AppleTV 4K wurde auch angekündigt, dass demnächst in verschiedenen Ländern die TV-App verfügbar sein wird. In dieser App werden verschiedene TV-Sender zusammengefasst, so dass man auch ein reguläres Fernsehprogramm über das AppleTV erleben kann. Zusätzlich hat Apple eine Vereinbarung mit Netflix getroffen, so dass 4K-Inhalte zum Start des neuen AppleTV 4K verfügbar sein werden, und Amazon Prime Video zieht gegen Ende des Jahres nach.

Preise & Verfügbarkeit



Ab dem 15. September kann man das neue AppleTV 4K vorbestellen, und ab dem 22. September wird ausgeliefert. Die Preise bleiben gegenüber dem Vorgängermodell mit 179 Euro für die 32 GB-Variante und 219 Euro für die 64 GB-Variante fast gleich. Beim genaueren Hinschauen zeigt sich, dass die Variante mit 32 GB Speicher sogar um 10 Euro günstiger geworden ist. Für all diejenigen, für die 4K keine Rolle spielt: Die Vorgängerversion bleibt bis auf Weiteres im Programm, und kann für jetzt 159 Euro erworben werden.

Apple iWatch Series 3



Es gibt kaum ein Produkt, das Menschen so spaltet. Die einen lieben die iWatch, andere wissen mit ihr nichts anzufangen. Praktisch jeder hat zur iWatch seine Meinung – zu kurz die Akkulaufzeit, zu eckig, zu klobig, zu langsam, zu wenig Apps. Doch die Geduld von Apple, und die ersten Nachbesserungen in der iWatch Series 2 haben der Smartwatch Auftrieb gegeben. Mehr und mehr Träger einer iWatch sieht man in freier Wildbahn. Doch ein Kritikpunkt blieb, nämlich die Anbindung an das iPhone als Grundvoraussetzung, um alle Funktionen zu nutzen. 

Mit der Apple iWatch Series 3 ändert sich auch das, denn die aktuelle Version erhält ein integriertes LTE-Modem. Dadurch wird die neue iWatch unabhängig vom iPhone. Gerade beim Sport kann das mehr als angenehm sein, wenn man nicht überall hin das iPhone mitnehmen muss.

Ansonsten hat sich nicht sehr viel verändert. Das Design ist soweit gleichgeblieben. Obwohl das neue Modell auf der Rückseite etwas dicker geworden ist, kann man auch weiterhin die vorhandenen Armbänder weiterbenutzen. Einziger deutlich sichtbarer Unterschied ist ein roter Punkt auf der Digital Crown. Die Antenne für das LTE-Modem ist im Display integriert. 

Bleibt noch die Sim-Karte. Normale Smartphones setzen heute auf eine Micro- oder Nano-SIM-Karte. Doch selbst die Nano-SIM-Karte wäre viel zu groß für die iWatch. Deshalb wird in der iWatch Series 3 auf eine neue eSIM-Karte gesetzt. Dadurch wird die neue iWatch zu einem vollwertigen Empfangsgerät für Daten und Telefongespräche. Weitere Einzelheiten zur Funktion und den Kosten wurden nicht genannt, und sich auch aktuell nicht verfügbar. Bekannt ist derzeit nur, dass in Deutschland die Telekom als Partner für die iWatch Series 3 aktiv sein wird.

Außen hat sich kaum etwas geändert, doch im Inneren hat sich auch bei der neuen IWatch Series 3 einiges getan. Verbaut wird der laut Apple rund 70 Prozent schnelle S3-Dual-Prozesser, sowie ein neuer W2-Chip. Dieser ist für Wi-Fi und Bluetooth zuständig. Der neue W2-Chip ist dabei bis zu 85 % schneller als die Vorgängerversion und gleichzeitig liegt der Stromverbrauch bis zu 50 % unter dem Vorgängermodell. Zusätzlich wurde auch ein barometrischer Höhenmesser verbaut, so dass eine Höhenbestimmung auch ohne GPS möglich ist – was sich wiederum positiv auf den Stromverbrauch auswirkt.

Eines ist dabei noch anzumerken: Die iWatch Series 3 gibt es in zwei Varianten, denn die LTE-Version ist eine Option. Das bedeutet konkret, dass es die iWatch Series 3 als GPS und als GPS + Cellular-Version gibt. Das ist wichtig zu wissen, denn in der GPS + Cellular Version ist doppelt so viel Speicher (18 GB) verbaut. Bezüglich der Akkulaufzeit werden von Apple weiterhin „bis zu 18 Stunden“ genannt. Das sind somit die gleichen Werte, wie bei der Series 1. Allerdings kann die Akku-Laufzeit bei intensiver LTE-Nutzung dramatisch sinken. Von bis zu 1 Stunde Laufzeit wird hier gesprochen.

Preise & Verfügbarkeit



Ab dem 15. September 2017 kann die iWatch Series 3 vorbestellt werden. Auch hier beginnt die Auslieferung ab dem 22. September. Die GPS-Variante beginnt bei 369 Euro, die GPS + Cellular-Version beginnt bei 449 Euro. Auf der Website ist aktuell nur die iWatch Series 3 und die iWatch Series 1 zu finden. Deshalb ist davon auszugehen, dass die aktuelle Version die Series 2 ersetzt. Die iWatch Series 1 ist jetzt ab 269 Euro erhältlich, und läuft auch mit den neuen Features von watchOS 4.

iPhone 8



Auf den ersten Blick sieht das neue Modell so aus, wie die Vorgänger. Doch beim genaueren Hinschauen wird deutlich, dass sich einiges getan hat. Insbesondere die Rückseite fällt sofort auf, denn diese ist wieder komplett aus Glas – und dafür gibt es einen guten Grund.

Doch zuerst das Offensichtliche. An Den Gehäuseabmessungen hat sich kaum etwas geändert und die Bildschirmdiagonalen werden mit 4,7 Zoll, bzw. mit 5,5 Zoll angegeben. Die aktuell verfügbaren Farben sind Space Grau, Silber und Gold. Weggefallen sind somit die Farben: Roségold, Rot und Schwarz.

Neu ist, dass Vorder- und Rückseite wieder aus Glas gefertigt ist. Hierbei setzt Apple nach eigenen Aussagen auf das widerstandsfähigste Glas, das jemals in einem Smartphone eingesetzt wurde. Der Grund: drahtloses aufladen.

Hierüber wurde schon im Vorfeld wild spekuliert, unter anderem auch darüber, dass Apple hier einen eigenen proprietären Standard setzen wird. Doch weit gefehlt, denn Apple setzt auf der Technik „Qi“, der sich mittlerweile als so etwas wie ein Standard etabliert hat. Schon heute gibt es eine Vielzahl von guten und günstigen Lademöglichkeiten, bis hin zu Ikea-Möbeln, in denen Qi-Ladeplattformen verbaut sind. In Zukunft ist damit zu rechnen, dass es sowohl im öffentlichen Raum (Cafés, Flughäfen, Bahnhöfen etc.) auch solche Ladeplattformen als Serviceangebot geben wird, und auch in Fahrzeugen entsprechende Lademöglichkeiten installiert werden.

Das Laden über Kabel ist weiterhin möglich, und bietet sogar eine Schnellladefunktion. Mit einem entsprechenden Netzteil ist es somit möglich, dass Smartphone innerhalb von nur 30 Minuten auf 50 % aufzuladen.

Auch bei den inneren Werten hat sich einiges getan. Verbaut wird im aktuellen iPhone 8 ein neuer A11 Bionic-Chip mit sechs Kernen. Das macht das neue Modell schnell, sehr schnell, und nach einem kürzlich veröffentlichten Benchmark Test ist das neue iPhone 8 schneller als jedes Android-Smartphone. 

Diese Power wird gerade im Bereich Foto und Video benötigt, und hier punktet das iPhone 8 erneut. 4K-Aufnahmen, die sich prächtig auch auf dem neuen AppleTV 4K widergeben lassen, werden jetzt mit 60 Bildern pro Sekunde aufgenommen, und Slowmotion-Aufnahmen sind jetzt im Format 1080p mit wirklich beeindruckenden 240 Bildern pro Sekunde möglich. 

Doch das iPhone 8 Plus bietet noch mehr. Durch die hier verbauten zwei Kameras und viel Rechenpower ist es möglich, verschiedene Bildebenen aufzunehmen. Zum Beispiel wird bei einem Portrait das Gesicht und der Hintergrund getrennt aufgenommen, so dass entweder der Hintergrund komplett ausgeblendet werden kann, bzw. Gesichter nachträglich mit verschiedenen Beleuchtungssituationen nachbearbeitet werden können. Die in der Präsentation gezeigten Beispiele waren mehr als beeindrucken. Verantwortlich hierfür ist ein Bereich im A11 Chip, für die die Bezeichnung Bionic gewählt wurde. Hierbei handelt es sich um ein Modul, das mit Machinelearning arbeitet, um Bilder zu verbessern und auch in Videos für beeindruckende Ergebnisse sorgt.

Preise & Verfügbarkeit



Das iPhone 8 und das iPhone 8 Plus kann man in Deutschland, Österreich und der Schweiz ab dem 15. September vorbestellen. Auch hier beginnt die Auslieferung ab dem 22. September. Ab diesem Tag wird das iPhone 8 auch im Handel verfügbar sein.

One more thing ... iPhone x



Seit Monaten gab es die wildesten Gerüchte, die sich nicht nur um das neue iPhone drehten, sondern schon früh wurde spekuliert, dass Apple eventuell sogar zwei neue Modelle präsentieren wird. Nach einer sehr ausführlichen Präsentation des iPhone 8 betrat Tim Cook wieder die Bühne und sprach die Worte, für die Steve Jobs legendär war, nämlich „We have ... one more thing!“ 

Nach 10 Jahren iPhone präsentiert Apple nun das Smartphone, das Richtungsweisend für die kommende Dekade sein soll. Hierzu hat man praktisch alles an aktuell verfügbarer Technik genommen und mit dem innovativen Betriebssystem von Apple verbunden, um einen neuen Standard zu definieren.

Alles aus dem iPhone 8 findet man auch im iPhone X wieder. Doch schon der erste Eindruck macht klar, dass noch Einiges anders ist. Das Display ist größer als beim iPhone 8 Plus, doch der Formfaktor orientiert sich eher am normalen iPhone 8. Das passiert, wenn man ein 5,8 Zoll-OLED-Display verbaut. Dieses Display bietet nicht nur viel Platz, sondern auch eine brillante Farbdarstellung mit HDR-Unterstützung und einer Super Retina-Auflösung von 2.436 x 1.125 Pixel – bei 458 Pixel pro Inch (ppi).

Auch die Rückseite des iPhone X kommt mit einer Glasrückseite, denn auch dieses Modell lässt sich drahtlos über den Qi-Standard laden. Doch eines fällt sofort ins Auge, denn durch das große Display fehlt der Home-Button. Eine der großen Innovationen beim iPhone X ist Face ID. Hierzu wurde im oberen Teil des Displays in einer Aussparung alles an Technik verbaut, was derzeit verfügbar ist: Infrarotkamera, Infrarotbeleuchter, Näherungssensor, Umgebungslichtsensor, Lautsprecher, Mikrofon, 7 Megapixel Kamera und ein Punktprojektor.

Für Face ID kommen die Infrarotkamera, der Infrarotbeleuchter und der Punktprojektor zum Einsatz. Durch diese Kombination ist es möglich, eine 3D-Gesichtserkennung zu ermöglichen, die blitzschnell seinen Besitzer erkennt und das Telefon entsprechend freigibt. Dabei spielt es keine Rolle, ob man nun eine Brille trägt oder etwas an der Frisur ändert, zuverlässig soll Face ID das Gesicht seines Besitzers erkennen. Während der Entwicklung hat man auch daran gearbeitet, damit dieses System nicht etwa mit einem Foto ausgetrickst wird, und auch professionelle Maskenbildner aus Hollywood wurden engagiert, um lebensechte Masken herzustellen. Doch weder das Foto noch die Masken konnten Face ID täuschen.

Preise & Verfügbarkeit



Die große Frage im Vorfeld war: Wird Apple die Marke von 1.000 Euro knacken? Ja, denn das iPhone X mit 65 GB wird in Deutschland 1.149 Euro kosten, und die iPhone X Variante mit 256 GB kostet 1.319 Euro. Ab dem 27.10.2017 kann das Telefon bei Apple, Mobilfunkanbietern und autorisierten Händlern bestellt werden. Der Termin für Auslieferung und Verkaufsstart wird mit dem 3. November 2017 angegeben.

Wichtiger Hinweis zu iOS 11



Auf allen neuen Geräten läuft das neue iOS 11, und auf geeigneten Geräten lässt sich ab dem 19.09.2017 das neue Betriebssystem iOS 11 installieren. 

Doch Achtung: Nicht alle Programme werden unter diesem Betriebssystem laufen. Verantwortlich ist hierbei eine Umstellung auf 64-Bit-Applikationen. Alle Apps, die das nicht unterstützen, werden unter iOS 11 nicht mehr funktionieren. 

Schon seit dem letzten Update erhält man beim Start entsprechender Apps einen Hinweis, bzw. im Bereich Einstellungen/Allgemein/Info/Apps erhält man eine Übersicht über alle Programme, die nicht mehr laufen werden. 
 
 
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